Abenteuerspielplatz

xy  Abenteuer hört sich gut an 🙂

xy  Huhu. Ist ein Abenteuer möglich?

Ich Vieles ist möglich. 😉

xy Also was einmaliges wäre schon schön

Ich Was einmaliges? Also einmalig oder nur einmal?

xy Nur einmal

Ich   Warum? Also ich meine warum das im Vorfeld entscheiden?

xy  Ob das über haupt dein Ding ist?

Ich Nee, isses nicht. Aber nicht aus moralischen Gründen oder so. Ich war und bin nur neugierig.

xy   Jeder wie er mag 🙂

Ich Auf jeden Fall. Gibt’s hier denn genug Frauen, die das einmalige Abenteuer suchen?

xy Japp

Ich     *prust* Also selbst, wenn ich einen One-Night-Stand suchen würde, würde ich doch zwei oder drei Worte mehr verlieren wollen, bevor ich jemanden an mich heran oder gar in mich hineinlasse. Wahrscheinlich bin ich total spießig und altmodisch…

Viel Spaß weiterhin!

xy    Japp

IMG-20150905-WA0012

Liebes Leben!

Neulich habe ich gelesen, dass die Schürze eines Dirndls – auf unterschiedliche Art gebunden – Botschaften an die Männerwelt aussenden soll.

Wie genau, das habe ich mir nicht gemerkt, weil ich Oktoberfeste und den dazugehörigen bajuwarischen Trachtentand jenseits von München total albern finde. Aber wenn die Schleife mittig ist, dann ist die Jungfräulichkeit angeblich noch intakt. Was ja dem Klischee nach beim Oktoberfest vermutlich nicht lange währt. Auch aus der Schwulenszene sind mir Codes bekannt, wobei sich die sexuellen Vorlieben an Ohrringen oder in die Hosentasche gesteckten Tüchern festmachen.

Als ich mich nach meiner langjährigen Beziehung bei einem Onlineportal angemeldet habe, stand mir den Sinn nicht unbedingt danach, mich sofort wieder an jemanden zu binden. Ich wollte erst mal ein bisschen die frische Luft der Freiheit spüren und war nun ja, abenteuerlustig eben. Also habe ich mich zum ersten Mal in meinem Leben in die bunte weite Welt des Internetdatings gewagt. Von den Möglichkeiten, die man bei einem bekannten Datingportal unter „ich suche:“ auswählen konnte, passte „Abenteuer“ eigentlich am besten. Ich wollte keine Beziehung, keine Mailfreundschaft und auch keinen Sport- und Freizeitpartner, das war mal klar.

Es kam wie es kommen musste: Mein Mailpostfach quoll über, und das noch mehr als es bei einer mittelalten, mittelgut aussehenden Frau wohl ohnehin schon der Fall wäre. Die Männer wurden von ihren Hormonen über-mannt. So eine Art Tourette wahrscheinlich. Manche versuchten es, indem sie Ein-Wort-Nachrichten verschickten („Ficken?“) oder grammatikalisch anspruchsvollere Einstiegssätze wie „magst du bei einen mann lieber einen großendickenprallen schwanz oder ein kleinen schwanz?“. Und die etwas anspruchsvolleren fanden immerhin etwas originellere Ansätze: „ Ich suche noch immer Gesprächspartner, die sich mit mir über das Paarungsverhalten der ostafrikanischen Antilopenstechfliege unterhalten wollen.“ Wie dem auch sei. Was immer wieder ein Reizthema war: das Abenteuer.

Ja, wieso, dachte ich in meiner datingjungfräulichen (Schleife mittig) Naivität. Ein Abenteuer kann alles sein. Das ganze Leben ist ein Abenteuer. Was weiß ich, ob ich den Mann meines Lebens finde oder für die nächsten paar Nächte. Was passiert, passiert. Alles kann, nichts muss. Hab ich gedacht.

Hab ich falsch gedacht. Ein Abenteuer ist klar definiert. Abenteuer, das ist die Einladung für den Schürzen-Jäger, die Schleife zu lösen oder gleich den Rock zu lüpfen. Einen wegzustecken. Ein Abenteuer, das ist ein Code für einen One-Night-Stand, oder ONS, wie es in der Datingsprache heißt.

Ich war echt enttäuscht. Wie profan, dieses schöne Wort nur aufs rein Sexuelle zu reduzieren. Dabei fand ich mich so pippi-langstrumpf-mäßig cool in meinen Abenteuergelüsten. Riechen, schmecken, genießen, verrückt sein – mit allen Sinnen und Unsinnen, die dazugehören. Klar wollte ich vorrangig sexuelle Kontakte, aber so ganz ohne Gefühle und einen Hauch von gegenseitiger Sympathie schmeckt die Sache doch nach kürzester Zeit fad. Will sagen: Wenn ein Abenteuer im – zugegebenermaßen etwas beschränkten – Weltbild der meisten Männer nur „das eine“ und meistens nur „einmal“ beinhaltet, dann ist es eben doch nicht das, was ich suche.

Andererseits erwies es sich teilweise allerdings als prima „Intelligenztest“: Kann das Männchen hier abstrahieren, ist auch sonst die eine oder andere Transferleistung zu erwarten, die darauf schließen lässt, dass man sich auch außerhalb des Bettes versteht. Auf Dauer aber zu anstrengend.

Also band ich meine Schleife anders (ich war ja nun keine Dating-Jungfrau mehr – oder zumindest meiner ersten Illusionen beraubt) und änderte mein Profil. Lektion gelernt.

2014-12-04 13.57.14

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s