Perlen der Chatkommunikation I

Liebes Leben,

mir ist doch der eine oder andere Mann untergekommen, der mich zu sich eingeladen hat. Das las sich dann ungefähr so:

er:    na du

ich:   hi du

er:     besuch mich gerne gleich wohne in v.

ich:     ?

er:       lust?

ich:      nee

er: schade. warum nicht?

ich: warum sollte ich?

er:   sex

Zehn Minuten später:

er:   schade

ich:  hast es halt nicht besonders geschickt angestellt

er:  stimmt. darf ich es anders versuchen nochmal? beisse nicht. bin sauber gesund zärtlich

ich:  ich weiß nicht recht. wie denn?

er: indem ich anders frage. darf ich? noch da?

ich: ja ich glaub das war jetzt auch nicht so der hit

er:  darf ich dich gleich zu mir einladen s.?

ich: hör mal, warum zum kuckuck sollte ich nachts um halb drei zu nem wildfremden kerl fahren?

er: sex sex sex

er: und gerne mehr

ich: irgendwie belustigend, dass du echt denkst, dass mich das interessieren könnte. mit niveau gerne.

er: was heisst mit niveau?

ich: lach. du bist lustig

er: danke. und geil. adresse folgt ok?

ich: hab ich was verpasst?

er: nicht? für deinen besuch gleich

ich:  hab ich gesagt, dass ich interesse habe?

er: das merke ich

ich: aha. woran das denn?

er: oder täuscht das?

ich:  ja

er:  wär ja kein weg. schade. wäre heiss geworden.

ich:  glaub ich ja eher nicht

er: aber ich für dich mit. willst du wissen wie?

ich: klar, ich amüsier mich grad prächtig

er: auch noch wenn ich dir die muschi lecke?????

ich: dazu kommt es ja nicht

er: sicher?

ich: ja

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Abenteuerspielplatz

xy  Abenteuer hört sich gut an 🙂

xy  Huhu. Ist ein Abenteuer möglich?

Ich Vieles ist möglich. 😉

xy Also was einmaliges wäre schon schön

Ich Was einmaliges? Also einmalig oder nur einmal?

xy Nur einmal

Ich   Warum? Also ich meine warum das im Vorfeld entscheiden?

xy  Ob das über haupt dein Ding ist?

Ich Nee, isses nicht. Aber nicht aus moralischen Gründen oder so. Ich war und bin nur neugierig.

xy   Jeder wie er mag 🙂

Ich Auf jeden Fall. Gibt’s hier denn genug Frauen, die das einmalige Abenteuer suchen?

xy Japp

Ich     *prust* Also selbst, wenn ich einen One-Night-Stand suchen würde, würde ich doch zwei oder drei Worte mehr verlieren wollen, bevor ich jemanden an mich heran oder gar in mich hineinlasse. Wahrscheinlich bin ich total spießig und altmodisch…

Viel Spaß weiterhin!

xy    Japp

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Liebes Leben!

Neulich habe ich gelesen, dass die Schürze eines Dirndls – auf unterschiedliche Art gebunden – Botschaften an die Männerwelt aussenden soll.

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Warum Zwiebelkuchen dieses Jahr ein Grund ist, das Leben zu feiern

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Liebes Leben,

heute gab es Zwiebelkuchen und Federweißen. Das ist eine Tradition, die ich seit nunmehr zwanzig Jahren mit zwei Freundinnen pflege. 2014 gab es keinen Zwiebelkuchen, weil eine der beiden Freundinnen (es tut im Prinzip nichts zur Sache, dass die beiden seit 21 Jahren ein Paar sind, aber ist das nicht schön?) an Krebs erkrankt ist. Solidarisch haben wir dann auch keinen gegessen, weil ohne K. ist es eben keine Tradition.

Gut eineinhalb Jahre nach der Diagnose geht es ihr wieder gut und wir haben heute darauf angestoßen. Und der Zwiebelkuchen – der war besonders gut. Die Tradition geht weiter und – so banal es ist – wir sind alle gesund und munter. Ist ja leider nicht immer eine Selbstverständlichkeit.

Ach, und: Cappuccino gab’s natürlich auch auf dem Bild, heute als Suchspiel. ;).

Gehen wir zu mir oder gehen wir zu mir?

Liebes Leben!

Ich bin ja in einer Zeit aufgewachsen, in der „dates“ noch das englische Wort für Datteln war und man sich ganz altmodisch verabredet hat. Wenn es dann „zur Sache“ ging, sagte man flapsig „Gehen wir zu dir oder gehen wir zu mir?“

Heute ist das anders.

Man begegnet sich online. Man hat mehrere Abende gechattet, bis entweder die Tastatur oder der Vibrator glüht. Man (und frau) will sich treffen, und zwar bald.
Der Erstkontakt hat auf neutralem Boden stattgefunden – der Funkenflug ging weiter. Man will sich wiedertreffen – und zwar bald.

Stellt sich nur die Frage: wann und wo?

Für die Location des ersten Treffens, bei dem es zur Sache geht, ist die Frau zuständig. Beim zweiten Treffen hat sich das dann irgendwie so eingebürgert und beim dritten Treffen wundert sich fast keiner mehr darüber. Und eh man sich versieht, kennt man sich schon einige Monate, ohne jemals das Zuhause des anderen gesehen zu haben.

Man kennt also die intimsten Gedanken und sexuellen Vorlieben seines Gegenübers, aber man weiß eigentlich gar nicht, ob er nicht möglicherweise ein ganz anderes Leben führt als das, was er vorgibt zu führen.

Bei den verheirateten und sonstwie vergebenen Männern ein klarer Fall. Da wird auch ab und zu mal vorher fürs Catering gesorgt (man geht essen) und danach kann auch schon mal das eine oder andere Hotelzimmer gemietet werden. Da weiß ich vorher, worauf ich mich einlasse oder ich entscheide mich eben dagegen.

Aber bei den Single-Männern? Jungs, was ist da los? Lass ihr uns erst bei Euch rein, wenn es für Euch was Ernstes ist? Und bis dahin heißt es für uns: Die Tür mach auf, die Beine breit?

Der Verdacht, dass nicht alle Männer Singles sind, die sich im Internet als solche ausgeben, ist mir natürlich auch schon gekommen. Allein schon rein rechnerisch würde das den immensen Männerüberschuss in Datingportalen erklären. Aber selbst die Männer, bei denen – nun ja – die meisten Indizien dafür sprechen, dass sie tatsächlich Single sind, verhalten sich in dieser Hinsicht ziemlich zurückhaltend. Und eine kleine Umfrage im Freundinnenkreis bestätigt mir, dass ich nicht die einzige bin, die das so erlebt.

Ein interessanter Aspekt wurde mir allerdings zugetragen: Es gibt da wohl ein Stadt-Land-Gefälle. Eine sehr, sehr, sehr ländlich lebende Freundin ist die Ausnahme von meiner selbst erstellten Regel über die Obdachlosigkeit des online datenden Mannes. Sie erlebte bisher nur Männer, die sie in ihre Stadtwohnungen zerren und dort ihre Beute erlegen wollten.

Ein Bett im Kornfeld bzw. in der Nähe eines solchen scheint also für Stadtmännchen nicht so interessant und treibt sie eher dazu, die Weibchen in die eigene Höhle einzuladen. Kann das Weibchen jedoch eine verkehrsgünstig gelegene Bleibe zur Verfügung stellen, ist sie „besuchbar“. Es heißt ja auch „Sex and the City“ und nicht „Sex and the Suburbs“. Eventuell vorhandene Kinder sollten natürlich idealerweise vorher outgesourced werden. Ein weites Feld.

Möchte man(n) seine Anonymität so lange wie möglich wahren oder schafft er es einfach nicht schnell genug, die Bierflaschen beiseite zu schaffen?

Es sind alles Klischees, die einem hierzu einfallen. Klischees, derer ich mich eigentlich nicht bedienen will. Ich selbst bin chaotischer als die meisten Männer, die ich kenne und meine Wohnung ist auch nicht immer ad hoc begehbar. Tendenziell bin ich aber immer davon ausgegangen, dass meine eigene Person interessanter ist als was bei mir so auf dem Boden rumliegt. Gesetzt den Fall man möchte nicht auf demselben rumliegen, versteht sich.

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Liebes Leben!

Früher habe ich ganz altmodisch mein Tagebuch vollgekritzelt. Das war oft peinlich, aber manchmal auch weniger peinlich als es gleich ungefiltert der ganzen Welt zu offenbaren. Öhm, und wie verträgt sich das jetzt mit der Idee von einem Tagebuch im Internet? Meinen Namen werde ich hier nicht verraten, aber ich werde auch nicht verbergen, wer ich bin und wie ich ticke. Die eine oder andere Schlussfolgerung wird daraus zu schließen sein, aber das ist okay.

Hier soll es nicht nur um mein Liebesleben gehen, auch wenn „Sex and the (not so big) City“ immer eine Rolle spielt, sondern um das ganze Spektrum meines bunten Lebens. Das man auch ruhig mal banal oder langweilig finden kann, das gehört dazu. Die Höhen und Tiefen. Let me show you the world in my eyes.2012-11-13 14.10.26